Was bedeutet Freistellungsauftrag – Schritt für Schritt erklärt
In diesem Blogartikel gehen wir der Frage nach: Was bedeutet Freistellungsauftrag – Schritt für Schritt erklärt. Ein Freistellungsauftrag ist ein wichtiges Instrument zur Steueroptimierung, das vielen Anlegern helfen kann, Steuern auf ihre Kapitalerträge zu sparen. In den folgenden Abschnitten erfahren Sie alles Wissenswerte über den Freistellungsauftrag, von seinen Grundlagen über die Schritte zur Beantragung bis hin zu häufigen Fragen.
Was ist ein Freistellungsauftrag?
Ein Freistellungsauftrag ist ein schriftliches Dokument, das Sie Ihrer Bank oder Ihrem Finanzinstitut erteilen, um sicherzustellen, dass Ihre Kapitalerträge bis zu einem bestimmten Betrag von der Abgeltungsteuer befreit sind. In Deutschland beträgt der Sparerpauschbetrag für Singles 1.000 Euro und für Ehepaare 2.000 Euro. Das bedeutet, dass Sie auf Kapitalerträge (wie Zinsen und Dividenden) nur dann Steuern zahlen müssen, wenn diese den jeweiligen Wert überschreiten.
Die rechtlichen Grundlagen des Freistellungsauftrags
Die rechtliche Grundlage für den Freistellungsauftrag bildet das Einkommensteuergesetz (EStG). Laut § 20 EStG sind Kapitalerträge grundsätzlich steuerpflichtig. Mit der Einführung der Abgeltungsteuer im Jahr 2009 wurde es jedoch einfacher, Anlageerträge zu versteuern, und der Freistellungsauftrag ermöglicht es Steuerpflichtigen, einen bestimmten Betrag von den Steuereinnahmen freizustellen.
Die Bedeutung des Freistellungsauftrags im Steuerrecht
Der Freistellungsauftrag hat mehrere wichtige Funktionen:
- Steuerersparnis: Der Hauptvorteil ist die Ersparnis bei der Kapitalertragsteuer. Wenn Ihre Kapitalerträge unter dem Sparerpauschbetrag liegen, zahlen Sie keine Abgeltungssteuer.
- Einfache Verwaltung: Mit einem Freistellungsauftrag müssen Sie sich keine Sorgen machen, dass Ihre Bank automatisch Steuern von Ihren Erträgen abzieht, solange Sie innerhalb des Freibetrags bleiben.
- Flexibilität: Wenn Sie mehrere Konten haben, können Sie entscheiden, wie viel von Ihrem Freibetrag Sie auf jedes Konto aufteilen möchten.
Schritt für Schritt: Einen Freistellungsauftrag einreichen
Jetzt, da Sie wissen, was ein Freistellungsauftrag ist, schauen wir uns die Schritte an, die erforderlich sind, um einen Freistellungsauftrag korrekt einzureichen.
Schritt 1: Informationen sammeln
Bevor Sie einen Freistellungsauftrag beantragen, sollten Sie einige wichtige Informationen bereithalten:
- Persönliche Angaben: Dazu gehören Ihr Name, Ihre Adresse und Ihre Steueridentifikationsnummer.
- Bankdaten: Informationen zu den Konten oder Depots, für die Sie den Freistellungsauftrag erteilen möchten.
- Freibetragsbetrag: Entscheiden Sie, wie viel von Ihrem Sparerpauschbetrag Sie an das jeweilige Finanzinstitut vergeben möchten.
Schritt 2: Formular ausfüllen
Die meisten Banken bieten Formulare für den Freistellungsauftrag auf ihren Websites an. Alternativ können Sie sich auch direkt an Ihre Bank oder Ihr Finanzinstitut wenden, um das entsprechende Formular zu erhalten.
- Feld für persönliche Daten: Tragen Sie hier die gesammelten Informationen ein.
- Angabe der Konten: Geben Sie die Kontonummern oder Depots an, für die der Freistellungsauftrag gelten soll.
- Freibetragsverteilung: Legen Sie fest, wie viel des Freibetrags Sie den einzelnen Konten zuweisen wollen.
Schritt 3: Einreichen des Freistellungsauftrags
Nachdem Sie das Formular ausgefüllt haben, reichen Sie es bei Ihrem Finanzinstitut ein. Dies kann in der Regel persönlich, per Post oder manchmal sogar online erfolgen. Eine schriftliche Bestätigung des Finanzinstituts ist zu empfehlen, damit Sie einen Nachweis über den eingereichten Freistellungsauftrag haben.
Schritt 4: Überprüfung und Anpassung
Es ist wichtig, Ihren Freistellungsauftrag regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Wenn sich Ihre finanziellen Verhältnisse ändern oder Sie neue Konten eröffnen, kann es erforderlich sein, den Auftrag zu aktualisieren.
Häufige Fragen zum Freistellungsauftrag
Wie hoch ist der Sparerpauschbetrag?
Wie bereits erwähnt, beträgt der Sparerpauschbetrag für Einzelpersonen 1.000 Euro und für Verheiratete 2.000 Euro. Beachten Sie, dass dies der Gesamtbetrag für alle Kapitalerträge ist, die Sie im Laufe eines Kalenderjahres erzielen.
Können Freistellungsaufträge bei verschiedenen Banken vergeben werden?
Ja, Sie können Freistellungsaufträge bei mehreren Banken erteilen. Achten Sie jedoch darauf, dass der Gesamtbetrag aller Freistellungsaufträge 1.000 Euro (bzw. 2.000 Euro bei Verheirateten) nicht überschreitet. Ansonsten müssen Sie die Steuern auf die überschüssigen Kapitalerträge zahlen.
Was passiert, wenn ich den Freistellungsauftrag nicht beantrage?
Wenn Sie keinen Freistellungsauftrag einreichen, führt Ihre Bank automatisch die Abgeltungsteuer auf Ihre Kapitalerträge ab, ausgenommen innerhalb des Sparerpauschbetrags. Das bedeutet, dass Sie möglicherweise mehr Steuern zahlen, als nötig wäre.
Wie lange ist ein Freistellungsauftrag gültig?
Ein Freistellungsauftrag bleibt in der Regel so lange gültig, bis Sie ihn widerrufen oder ändern. Es ist jedoch ratsam, ihn jährlich zu überprüfen.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein Freistellungsauftrag ein nützliches Instrument ist, um Steuern auf Kapitalerträge zu sparen. Die Schritte zur Beantragung sind einfach und erfordern lediglich einige grundlegende Informationen. Durch die Beantragung eines Freistellungsauftrags können Sie sicherstellen, dass Sie nur auf Kapitalerträge, die den Sparerpauschbetrag überschreiten, Steuern zahlen müssen.
Wenn Sie noch Fragen zum Thema Freistellungsauftrag haben oder sich in Bezug auf Ihre Finanzen beraten lassen möchten, können Sie auch andere Finanzdienstleistungen in Betracht ziehen, etwa eine professionelle Finanzierungsberatung auf Finanzierungs-Held.de.
Nutzen Sie die Gelegenheit, um Ihre Finanzen optimal zu gestalten und von steuerlichen Vergünstigungen zu profitieren! Denken Sie daran, dass es immer ratsam ist, sich bei komplexen Steuerfragen Unterstützung von einem Experten zu holen.
Indem Sie diese Informationen über den Freistellungsauftrag verstehen und anwenden, sind Sie bestens gerüstet, um fundierte Entscheidungen in der Verwaltung Ihrer Kapitalerträge zu treffen.